Freitag, Oktober 20, 2017
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Interview mit Marko Puls

City Gents: Hallo Marko. Schön, daß Du Dich für ein Interview mit uns einläßt. Neulich haben wir eine Umfrage gestartet, in der die Frage nach "Fritz Blase" war. Wie kam es zu dieser eher lustigen Situation? Viele haben ja auf Dich getippt und hatten damit ja auch letztendlich Recht.
Marko Puls:
Das habe ich wohl alles einer Person zu verdanken die dem englischen Wort nicht mächtig zu sein scheint. Ein DSAB-Turnier Mitte der 90-iger Jahre im Schwarzwald war es. Hier meldete mich mein damaliger Mitspieler Michael "OTIS" Ernitz an. Die Turnierleitung in Person, Herr Schwertling, wollte wohl nicht richtig ablesen. Jedoch habe ich hier nicht nachgeschaut ob ein Schreibfehler vorliegt.
Somit hatte ich den Namen weg, denn "OTIS" mußte diesen Gag wirklich jedem erzählen. Man sieht ja, es ist sogar nach über 10 Jahren noch ein Thema.
 
City Gents: Du bist ja im E-Dart wie im Steeldart Zuhause. Deine Erfolge sprechen ja für sich. Was ist Dir denn lieber? Das elektronische Spiel oder die klassische Variante des Darts?
Marko Puls:
Gegenfrage. Warum sollte die "klassische Variante" nicht der E-Dart sein? Nein, ist mir gleich. Ich bin natürlich mit E-Dart aufgewachsen und Groß geworden. Das liegt einfach daran, E-Dart war in den 90-iger Jahren "Das Dart" und wurde immer größer, die Struktur der Rangliste war enorm und klever aufgebaut, sowie die Möglichkeit hohe Preise, Reisen und viele Teamwettbewerbe ausgeben zu können. Die Zahlen der Spieler sprechen für sich. Außerde konnten die Wirte plötzlich Geld verdienen und stellten sich ´ne Bimmel ins Lokal. Somit wurde Steeldart in den Hintergrund gedrengt. Und die Frage was besser ist, stellt sich heute schon lange nicht mehr. Ich, für mich, bin in beiden Segmenten zu Hause.
 
City Gents: Wie siehst Du die Zukunft des deutschen Dartsports?
Marko Puls:
Oh ha, diese Frage stellt sich mir immer wieder. Ich glaube ganz ehrlich daran, das sich viele etwas vormachen was alles weden könnte usw.
Diese Augenwischerein sind die Größten Feinde um eine gute Lobby aufbauen zu können.
Fangen wir mal an: DDV= Ca. 25 Jahre im Geschäft, aber bis heute nichts herausragendes (siehe z.B. PDC) erreicht. Spricht zwar immer noch die Masse an, auch wegen der Bundesliga, aber vom finanziellen weit hinten und darum geht es doch auch.
DSAB= Hat in meinen Augen die beste Struktur zum Ligabetrieb, richtet für Teams einmal im Jahr die Weltweit größte Team- und größte Prestigeveranstaltung, die DLMM, aus und lockt somit immer mehr Spieler an. Hinzu kommt eine gute Rangliste die jedoch Regionsmäßig wieder besser verteilt werden könnte.
GDC= Die gibt es seit ca.2 Jahren erst. Hier sieht man zwei Dinge deutlich. Es ist nichts für die Masse, was sehr gut ist, und sie befindet sich im Aufbau. Nun muß man alles, aber wiklich alles richtig machen und etwas geduld mit den Spielern und der Akzeptanz haben. Den ersten Fehler sehe ich jetzt schon. Es werden PDC Turniere (Holland jetzt) mit in die Wertung der GDC Rangliste aufgenommen. Sorry, aber dafür sind wir einfach alle noch nicht Reif dort mithalten zu können. Das macht ich etwas nachdenklich und ist für die Zukunft echt zu hinterfragen.
Sollten sich nun, was wohl immer Utopie bleiben wird, diese Verbände mal vereinigen, Preisgelder und Regelungen anheben und verbessern, dann kann der Dartsport eine so große Zukunft bekommen die man sich heute noch nicht ausmalen kann. Denn dann haben wir keine breite Masse mehr, sondern eine richtige Klasse. Das macht den Unterschied zu einigen anderen Ländern aus.
 
City Gents: Die City Gents bauen stetig den Verein und ihre Anlage aus. Man versucht immerhin eine kleine Euphorie auszulösen. Könntest Du Dir vorstellen bei den City Gents zu Spielen?
Marko Puls:
Grundsätzlich steht es mir ja noch frei wo ich spielen darf. Solange mein Sponsor mir nicht vorgibt wo ich aufzutreten habe bin ich zu allen Seiten offen. Eines kann ich aber mit Sicherheit sagen. Meine ersten 6 Jahre im Dart verliefen recht gut und ordentlich. Meine Pause von fast 5 Jaheren waren wohl richtig gewesen, denn was dann kam, jetzt ist und noch werden wird, lasse ich mir nicht mehr nehmen.
Aus dem Zeitalter des "...ich tue mal jemanden ein Gefallen..." bin ich raus.
 
City Gents: Du spielst ja in verschiedenen Ligen Dart. Welche hat für Dich den höchsten Stellenwert?
Marko Puls:
Ich stelle keine über die andere, denn sie sind wohl überlegt und alle haben ihren Reiz. Allerdings hasse ich die Ligen die meinen sich in die Nieschen drücken zu müssen nur weil mal was nicht so läuft wie man es gerne hätte. Man kann es eben nicht jedem recht machen und im Wunschkonzert sind wir auch nicht.
 
City Gents: In der Bundesliga bist du ja vor der letzten Saison nach Lauffen gewechselt. Gab es dafür bestimmte Gründe? Schließlich hattest Du ja mit Walldorf gute Erfolge zu Verzeichnen.
Marko Puls:
Der Hauptgrund war die DLS. Da Walldorf in der BDL ist, ich somit zwar die DLS Turniere spielen konnte jedoch ohne Wertung, war für mich auch der Reiz des neuen da. Ich wollte mal gegen bessere Spieler spielen und nicht nur mit ihnen. Außerdem ist Lauffen ein guter Verein in der alles stimmt was die Bundesliga angeht. Es wurde ja nach eine Rückkehr gefragt, jedoch haben wir dieses Jahr gesehen was auch in Lauffen möglich ist.
 
City Gents: Dart und Familie. Die Frage die wohl viele interessiert. Schließlich bist Du die meisten Wochenenden im Jahr auf Turnieren und Ligaspielen. Unter der Woche noch das Training und für die Dart Liga Schwaben übernimmst Du als Spielleiter auch noch jede Menge Verantwortung. Außerdem hast Du ja auch noch einen Beruf. Also bist Du nicht sehr oft Zuhause. Wie bekommt man da noch die Familie unter einen Hut?
Marko Puls:
Hier kann ich immer wieder nur sagen, ich danke meiner Frau und meiner Tochter.
Wenn die das nicht so mitmachen würden, wäre das ein oder andere schon vorbei. Es ist schon ihrerseits ein großer Verzicht, jedoch nutze ich jede freie Minute die mal anfällt für meine Familie. Aßerdem habe ich in meinem Hobbyraum wohl eine der besten privaten Trainingsanlage. Also muß ich nicht täglich raus.
 
City Gents: Für was würdest Du Deine Darts an den Nagel hängen?
Marko Puls:
Für mindestens eine Million und mehr, eine Yacht und ausgiebige Südsee Ausflüge. Wenn ich damit überlastet bin, baue ich mir eine Insel und lasse mich dort begraben. Also ehrlich gesagt, ich weiß es nicht...
 
City Gents: Des Öfteren kann man Dich ja im ilsfelder Alabama zum Spielen antreffen. Was würdest Du dort ändern, wenn Du die Gelegenheit dazu hättest?
Marko Puls:
Über eine Änderung würde ich nicht sprechen, eher über eine bessere Ausnutzung der jetztigen Möglichkeiten. Alles ist noch immer im Aufbau, dies muß und sollte nach draußen getragen werden. Jede Veranstaltung bringt neue Leute und somit die Möglichkeit eines Zuwachses. Auf keine Fall auf das was bis jetzt geschaft wurde ausruhen. Mehr Spieler motivieren und neu, junge (auch E-darter) ranholen.
Aber nicht gleich mit dem Eintritt in den Verein drohen.
 
City Gents: Danke für das kleine Interview und allzeit GOOD DARTS!

 

Kategorie: Interviews

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